Aus diesem Grund hat sich in den letzten Jahren eine Interessensgemeinschaft gebildet, bestehend aus Personen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und sich gegenseitig unterstützen möchten.
Aus dieser Gemeinschaft heraus ist die Website falsch-beschuldigt.ch entstanden.
Eine Plattform von Betroffenen für Betroffene
Die Website wurde geschaffen, um denjenigen eine Stimme zu geben, die sich mit falschen Vorwürfen konfrontiert sehen – sei es im strafrechtlichen, familienrechtlichen oder sozialen Kontext. Hinter der Plattform stehen Menschen, die selbst erlebt haben, wie einschneidend ein solcher Vorwurf sein kann. Sie wissen, wie schwierig es ist, fundierte Informationen zu finden, rechtliche Abläufe zu verstehen oder mit Behörden, Medien und dem eigenen Umfeld umzugehen.
Die Interessensgemeinschaft verfolgt das Ziel, Betroffene zu vernetzen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Der Austausch innerhalb dieser Gemeinschaft ermöglicht es, Erfahrungen zu teilen, sich gegenseitig zu stärken und gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie man auf falsche Vorwürfe reagieren kann.
Informationen zu Rechten, Verfahren und Möglichkeiten
Ein zentraler Bestandteil von falsch-beschuldigt.ch ist die Bereitstellung von sachlichen und verständlichen Informationen. Die Plattform erläutert unter anderem:
- welche Rechte Betroffene im Straf- und Familienrecht haben
- wie man sich in laufenden Verfahren schützen kann
- welche Stellen beratend oder begleitend unterstützen können
- wie man dokumentiert, kommuniziert und sich organisiert, wenn man selbst im Fokus einer falschen Anschuldigung steht
Diese Inhalte richten sich sowohl an juristisch unerfahrene Personen als auch an Angehörige oder Unterstützende, die sich einen Überblick verschaffen möchten.
Vernetzung und gegenseitige Unterstützung
Neben Informationen ist die Vernetzung ein zentrales Anliegen. Betroffene können anonym und niederschwellig Kontakt zur Gemeinschaft aufnehmen. Viele finden erstmals Menschen, die ihre Situation verstehen, ohne sie zu verurteilen. Dieser Austausch wird von der Gemeinschaft gepflegt – vorsichtig, respektvoll und mit dem Bewusstsein, wie belastend die jeweiligen persönlichen Umstände sein können.
Medienschau: Relevante Berichterstattung im Überblick
Die Website sammelt zudem unter der Rubrik Medienschau aktuelle und historische Medienbeiträge zum Thema Falschbeschuldigungen. Ziel ist es, Entwicklungen sichtbar zu machen, Debatten abzubilden und die gesellschaftliche Relevanz des Themas zu unterstreichen.
Betroffene und Interessierte erhalten damit eine Übersicht über:
- gerichtliche Entscheidungen
- journalistische Recherchen
- wissenschaftliche Studien
- mediale Einordnungen und Kommentierungen
Die Medienschau dient nicht nur der Information, sondern auch der Sensibilisierung: Jede Falschbeschuldigung hat Konsequenzen – für die zu Unrecht Beschuldigten, für ihr Umfeld und letztlich auch für echte Opfer, deren Glaubwürdigkeit durch Missbrauch des Rechtssystems unterminiert wird.
Eine Stimme für diejenigen, die oft keine haben
falsch-beschuldigt.ch versteht sich als Anlaufstelle für Menschen, die mit falschen Verdächtigungen konfrontiert sind. Die Plattform stellt keine Schuldfragen; sie bietet Informationen, Unterstützung und einen Raum für Austausch. Ihr Ziel ist es, Betroffenen zu helfen, sich zu orientieren, ihre Rechte zu kennen und ihre Situation einzuordnen.
Die Website ist Ausdruck einer Gemeinschaft, die sich gegenseitig stärkt – und ein Beitrag dazu, dass das Thema Falschbeschuldigungen ernst genommen und differenziert betrachtet wird.

Guten Tag,
Diese Thematik ist zutiefst sensibel und verlangt höchsten Respekt im Umgang – besonders wenn es um schwerwiegende Vorwürfe wie sexualisierte Gewalt gegenüber Kindern geht. Als Mutter einer betroffenen Tochter weiß ich, wie komplex, schmerzhaft und zerstörerisch solche Erfahrungen sind – für die Kinder und für alle, die sie lieben.
Darum erschüttert es mich zutiefst, wie in diesem Beitrag über eine Mutter öffentlich geurteilt wird – mit vollem Namen, ohne jeglichen Persönlichkeitsschutz. Wer so spricht, entzieht einer Frau, die sich mutmaßlich für den Schutz ihres Kindes einsetzt, die menschliche Würde.
Es geht hier nicht darum, voreilig zu verurteilen – weder den Bruder der Verfasserin noch die Mutter. Aber es geht auch nicht, dass man sich pauschal vor einen Beschuldigten stellt und alle Beteiligten, Institutionen und sogar das Kind indirekt der Lüge bezichtigt.
Wer als Angehörige „die Hand für jemanden ins Feuer legt“, möge sich bewusst sein, wie viel Verantwortung solche Worte tragen – vor allem bei diesem Thema. Denn leider ist genau dieses reflexhafte Schützen von Tätern – sei es im familiären Umfeld, in der katholischen Kirche oder anderswo – ein zentraler Grund dafür, dass so viele Betroffene über Jahre, manchmal Jahrzehnte, zum Schweigen gezwungen werden.
Jede Falschbeschuldigung ist tragisch. Aber ebenso tragisch – und weitaus häufiger – ist das systematische Überhören echter Opfer.
Gerade deshalb: Lasst uns vorsichtig sein mit öffentlichen Schuldzuweisungen, wenn Verfahren noch laufen. Und lasst uns vor allem die Würde der Betroffenen schützen – auf beiden Seiten.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!